Von Oliver Schröder, 29. Mai 2020

Bei den Tags “Deampop”, “Krautrock” und “London” gehen bei vielen sofort automatisch die Antennen hoch. Clickbait für Musikhipster quasi. Psychic Markers wirken tatsächlich schon ganz schön cool, davon ab ist ihr neues Album aber auch ganz schön gut. Packen wir dazu noch Bowie und Joy Division mit auf die Referenzliste und spätestens dann hängen wir am Haken.

„Wir wollten ein Album machen, das zu 100% wir sind, ohne jegliche Verwässerung durch andere Einflüsse“, sagt Leon Dufficy, einer der beiden Masterminds der Band. So ganz ist ihnen das zwar nicht gelungen, aber es ist schon okay, wenn man die Klappe derartig aufreißt. Das gehört schließlich zum Spiel dazu. Irgendwie ja auch schade, dass so richtige Hypes mittlerweile nicht mehr so richtig hochkochen können. Musiker, Labels und Presse haben in den letzten 20 Jahren ganz schön an Glitzer einbüßen müssen. Von den Psychic Markers kann man sich jedenfalls immer noch so richtig schön mitreißen lassen, denn das Zeug dazu haben sie allemal: gute Songs, die sich an den ewigen Style-Ikonen zwischen Postpunk und Rock orientieren.

Allen voran der Übersong „Clouds“, mit dem sie den hymnischen Glamrock von „Heroes“ mit der Zackigkeit von Joy Divisions „She’s Lost Control“ verbinden. Dazu haben sie aber eben auch genug Chuzpe, um ihre Stücke erst gehörig leuchten zu lassen und anschließend in einem Rausch von Schall und Wahn mit voller Wucht an die experimentelle Wand zu fahren. Don’t forget to hype, 2020!

VÖ: 29. Mai 2020 via Bella Union