Von Oliver Schröder, 10. Juli 2020

OK doomer: Die Relationen verschwinden, wenn auf zwei langen EPs nur sieben Songs Platz finden und selbst diese nur einen briefmarkengroßen Ausschnitt einer riesengroßen Collage darzustellen scheinen. Wie ein Wimmelbild aus psychedelischen Sounds ist die schiere Masse an Eindrücken auf „Tribute to Atrophos“ nahezu unerschöpflich.

Queen Elephantine können getrost als Weltengänger bezeichnet werden. 2006 vom indischen Musiker Indrayudh Shome in Hong Kong gegründet, landeten sie über einige Umwege in Philadelphia. Ihr Metier sind weit gespannte musikalische Zeltdächer, zusammengefügt aus spröden Materialien, die sie auf der ganzen Welt zusammensuchen: Drone, Noise, Krautrock, Free Jazz. Trotz der großformatigen Präsentation geht es hier aber weniger um Bombast und Epos, als um die vielen kleinen Winkel und minimalistische Nischen, die sich in den Stücken auftun. Man kann einfach so viel Abstand halten, wie man will: Es ist nie das gesamte Bild zu sehen. Am Ende des kosmischen Trips ist man als Hörer selbst ein stückweit in der unübersichtlichen Klangwelt verloren gegangen, womit die Band ihr Ziel erreicht hat.

VÖ: 10. Juli 2020 via Atypeek Music