Queens Of The Stone Age – Villains
© Andres Neumann

Queens Of The Stone Age Villains

Vermutlich noch benommen von dem posttraumatischen Album „…Like Clockwork“ taumelt Joshua Homme mit seinen Queens of the Stone Age in den angekündigten neuen Sound der Band. Die ersten verkaterten Gitarrenanschläge auf „Villains“ erinnern an die effektgeladenen Lückenfüller, welche die Königinnen live zwischen den Songs wiedergeben. Je länger der Opener des neuen Albums läuft, desto klarer wird dessen Richtung: Nahtoderfahrung und „…Like Clockwork“ hin oder her, auf „Villains“ ist Homme endgültig auferstanden, um mit seinen Männern eine morbide Sohle aufs Parkett zu legen.

Denn „Villains“ bewegt den Hörer zwar oft zum Griff in den Tanzschuhschrank, jener zum Whiskey-Glas ist aber auch selten weit. Songs wie „Un-Reborn“ grooven ähnlich wie die meisten von Hommes Langzeit-Seitenprojekt Eagles of Death Metal – jedoch mit dem Unterschied, dass neben den trockenen Gitarren nun auch Synthies maßgeblich dazu beitragen. Die Streicher kurz vor dem Ende des Songs helfen dem Hörer nach seinem Totentanz wieder beim Ausnüchtern, ehe das Saxophon den Rausschmeißer spielt. So ähnlich verhält es sich mit fast allen Stücken auf „Villains“.

Die Rhythmen, die Grooves, die Arrangements – alles deutet zunächst auf eine recht gediegen-poppige Rockplatte im Stil einiger Songs auf dem Vorgängeralbum hin. Vor allen die Promo-Stücke „The Way You Used to Do“ und „The Evil Has Landed“ sind gute Beispiele dafür. Je länger sich der Hörer aber mit diesen Ohrwürmern über die Tanzfläche schlängelt, desto vielschichtiger wird der Höreindruck und logischer Hommes Aussage zu dem aktuellen Bandsound der Queens of the Stone Age:

Das Wichtigste bei der Entstehung des Albums war, unseren Sound neu zu definieren, […] die Frage ‚Wie klingen wir heute?‘ zu beantworten.

Was die Antwort ist? Die Queens of the Stone Age haben ihren schräg-düsteren Stil weiter beibehalten und ihre markanten Gitarrenklänge von der groben Wüste auf die glatte Tanzfläche getrieben – Produzent Mark Ronson hat schließlich auch mitgemischt. Am Ende von „Villains“ findet sich der Hörer aber doch wieder (hör)trunken und mit gelockerter Fliege am Tresen und fragt sich, ob der bittersüße Beigeschmack wirklich nur von dem letzten Drink komme. Egal, irgendwie war’s gut.

09/11/2017 Oberhausen – König-Pilsener-Arena
10/11/2017 München – Zenith (ausverkauft)
11/11/2017 Berlin – Velodrom (ausverkauft)
15/11/2017 Hamburg – Sporthalle

VÖ: 25. August 2017 via Matador Records