Von Säm Wagner, 15. August 2019

Zugegeben: Ride haben mich nie groß beschäftigt. Shoegaze war mir lange einerlei, erst spät fand ich meine Liebe zu Bands, wie Slowdive oder My Bloody Valentine. Ride aber blieb für mich einfach nur das nebensächliche Davor und das Danach von Andy Bells Zeit bei Oasis (und eigentlich auch Beady Eye).

Song eins auf „This Is Not A Safe Place“, dem zweiten Ride-Album seit der Reunion im Jahr 2014 lässt mich dann auch noch dementsprechend ratlos zurück. Das Instrumental „R.I.D.E.“ klingt zunächst nach Industrial und Big-Beat-Rock und nicht im entferntesten nach introvertiertem Dream-Pop. Bei Song Nummer zwei, „Future Love“, geht dann aber sofort die Sonne auf. Mit Johnny-Marr-Gitarren und schwelgerischem Gesang verdienen sich Ride gleich mal den diesjährigen Indie-Sommerhit-Award.

Und direkt danach biegt die Band aus Oxford mit „Repetition“ direkt auf die Tanzfläche ab. Produziert von Indie-Remix-Helden Erol Alkan (er war es, der Kylie Minoques „Can’t get you out of my Head“ mit „Blue Monday“ von New Order unterlegte) verbinden Ride hypnotische Sounds mit brachialem Dance-Gewitter. Dazu immer wieder eingängige Brit-Rock-Songs („Clouds of Saint Marie“, „Jump Jet“), verträumter Dream-Pop („Eternal Recurrence“) und gar Folk-Anleihen („Dial up“).

„This Is Not A Safe Place“ wurde innerhalb kürzester Zeit eingespielt und zeigt, wie spielfreudig die Band in diesen Aufnahmewochen war. Und das (inzwischen erfolgte) Nachhören aller Vorgängeralben (vier waren es vor 1996, zwanzig Jahre später kamen zwei weitere dazu) zeigt: Die Band ist in ihrer experimentellsten Phase angelangt.

30.01.2020 Köln – Gloria
31.01.2020 Hamburg – Gruenspan
02.02.2020 Berlin – Festsaal Kreuzberg
03.02.2020 München – Strom

VÖ: 16. August 2019 via Wichita Recordings