Von Christian Selzer, 27. Februar 2020

Seitdem es immer mehr Großstädter aufs Land zieht, um in der Abgeschiedenheit der Provinz zu entschleunigen, barfuß im Kornfeld zu stehen oder Möhrchen in Mischkultur anzupflanzen, ist bei urbanen Trendsettern auch Wandern wieder en vogue. Insofern entspricht es dem Zeitgeist, dass Robin Saville, der mit ISAN den Electronica-Sound der letzten 20 Jahre mitprägte, seine Soloplatte „Build A Diorama” als Begleitmusik für ausgiebige Spaziergänge angelegt hat.

Statt pulsierender Oszillatoren stehen dort Field Recordings im Zentrum, um die Saville behutsam geformtes Klangmaterial aus Glocken, Windspielen und Bassläufen kreisen lässt. Das Ergebnis: Durchlässige Collagen, die ihrer Umgebung Raum lassen, statt ihr den Stempel aufzudrücken. Soundtexturen, die wie Wasserfarbe zerfließen, um in die Wahrnehmung des Hörers sickern. And the bigger picture? Klären wir später, lass erstmal laufen. Musik für Träumer aller Gangarten.

VÖ: 21. Februar 2020 via Morr Music