Von Esther Sambale, 17. September 2019

Süßes Unbehagen, zuckrige Zweifel – auf seinem achten Album „House of Sugar“ schafft (Sandy) Alex G, interessant irritierende Klangmetamorphosen und ehrliche Songzeilen, die einen hier und da verzweifeln lassen. „House of Sugar“ dessen Titel auf das Sugar House-Casino in Alex Giannascolis Heimatstadt Philadelphia anspielt, startet mit einem stimmlich vielschichtig verspulten Mantra der Verunsicherung. „Someday / I’m gonna walk away from you / Not today“, singen die gefühlt tausend Stimmen Giannascolis in Dauerschleife.

Im anschließenden Stück „Hope“ beruhigen in den ersten Takten optimistische Gitarren, bis der Gesang einsetzt und vom Tod eines Freundes erzählt, der an Fentanyl-Konsum verstarb. Eine beklemmende Atmosphäre verbreitet auch „Sugar“. Um die überzuckerte Zeilen „You will be a bird / all of my life / whirling in the air/ (…) Birds are in my head / Birds are in my eyes / Put me in the air / i wanna be with you“, legt Sandy Alex G bedrohlich brausende Gitarren und seine unheimlich verzerrte Stimme.

Es ist die Zerbrechlichkeit der Zustände, die grundlegende Unsicherheit, die allem innewohnt und das Taumeln zwischen menschlichen Widersprüchen, die sich in (Sandy) Alex G’s Texten ausdrücken. „House of Sugar“ ist emotional instabil und musikalisch vielschichtig verschwommen. Hört selbst!

17.02.2020 Wiesbaden – Schlachthof
20.02.2020 Hamburg – Molotow
22.02.2020 Berlin – Lido
04.03.2020 Köln – Bumann & Sohn

VÖ: 13. September 2019 via Domino Records