Scraps of Tape – The Will To Burn
© Frida Edlund

Scraps of Tape The Will To Burn

Scraps of Tape legt mit „The Will to Burn“ Album Nummer sechs vor. Ginge es nach Quantität, würde das eine schlechte Quote für die Band bedeuten – schließlich gibt es sie bereits seit dem Jahr 2000. Zum Glück geht es bei NEØLYD aber mehr um Klasse statt Masse. Doch das ist nur ein Grund, warum die sieben neuen Songs der Schweden so gut hierher passen.

Die Entstehungsgeschichte des Albums könnte kaum romantischer sein: Es ist Winter. Im Kalender ist Dezember 2016 aufgeblättert. Über mehrere Tage und Silvester ziehen sich die fünf Musiker bei knisterndem Feuer in einer alten Schule auf dem Land zurück, um schaurig-schönen Songs wie„Negative Architect“ Form und Farbe zu geben. Diesem hat Scraps of Tape übrigens den Albumtitel entnommen.

Laut Angaben der Band ist in der Abgeschiedenheit diesmal ihr fokussiertestes und direktestes Album entstanden. Schon zu Beginn des Openers „The Horologer“ lodert die Basslunte zielstrebig in Richtung Flächenbrand. Genau darum geht es auf dem Gros des Albums: Standhafte schwarze Figuren tanzen hinter den immer wieder gitarrenpickenden Flammen, bis die anschließende Wall of Sound das Konstrukt zum verhallenden Einsturz bringt – und den Hörer seinem Schicksal überlässt. Dabei liegt der vermeintlich zugängliche Indierock („The Lengthening Grey“) genauso schwer im Magen wie die ausschweifende Shoegaze-Hymne („Hands on Stone“). Mit dem zehnminütigen Instrumental „Experiments in Shame“ will sich die Band zudem auf ihre frühen Tage besinnen.

Zum Schluss bleibt nicht viel von der schwedischen Schulidylle, in der Scraps of Tape das Album vollendete: „The Will to Burn“ entzündete sich schnell, flammte immer wieder mal auf, doch eingebrannt hat sich nur das düstere Fundament. Auch, wenn das neue Album von Scraps of Tape wohl kein flächendeckendes Lauffeuer in Gang setzen wird, ein kurzweilig erhabenes Leuchtfeuer ist es allemal.

16/03/2018 Chemnitz – AC17
17/03/2018 Würzburg – Immerhin
19/03/2018 (CH) Zürich – Dynamo
20/03/2018 Mainz – Schon Schoen
21/03/2018 Oberhausen – Drucklufthaus
22/03/2018 Göttingen – Dots
23/03/2018 Dresden – Chemiefabrik
24/03/2018 Berlin – Schokoladen
09/05/2018 Bielefeld – Forum
11/05/2018 Hildesheim – Kulturfabrik Löseke

VÖ: 02. März 2018 via Denovali Records