Von Christoph Walter, 05. April 2019

Als Sängerin und Gitarristin von La Luz ist Shana Cleveland normalerweise in erster Linie in Surfrock-Gefilden unterwegs, auf ihrem neuen Solowerk „Night of the Worm Moon“ beackert sie dagegen ein ganz anderes Terrain. Welches genau, lässt sich allerdings nur schwer in Schubladen packen oder mit griffigen Schlagwörtern versehen. Folk im allerweitesten Sinne ist das, zumal Akustikgitarre und Stimme die Basis bei einem Großteil der zehn Stücke bilden.

„Don’t Let Me Sleep“ hat eine deutliche Schlagseite in Richtung Sixties-Folk, während andere Songs wie das wüstentrockene „Face of the Sun“ stilistisch ein wenig an Calexico erinnern. Meistens bewegt sich Shana Cleveland, deren neu entdecktes Faible für andere Dimensionen und Aliens sich auch musikalisch niederschlägt, allerdings im Ungefähren. Klingt „Invisible When The Sun Leaves“ mit seinem Cello im Hintergrund eher verwunschen und gespenstisch, versprühen andere Stücke wie das drohende „The Fireball“ oder das psychedelische Instrumental „Castle Milk“ den Charme abseitiger alter Science-Fiction-Filme.

„I’m getting weirder all the time“ heißt es schließlich in „I’ll Never Know“ — dass diese Entwicklung nicht unbedingt schlecht sein muss, beweist Shana Cleveland mit „Night of the Worm Moon“ ziemlich eindrucksvoll.

28.10.2019 München – Heppel & Ettlich
29.10.2019 Jena – Trafo
30.10.2019 Berlin – ACUD
31.10.2019 Hamburg – Aalhaus

VÖ: 04. April 2019 via Sub Pop Records