Von Lennard Göttner, 06. Dezember 2019

In der jüngeren Vergangenheit haben wir bereits ein paar Mal über die wunderbaren Snøffeltøffs berichtet. Ihre im Vorhinein zum Album veröffentlichten Singles „The Beat“, „On Your Mind“ und das titelgebende „Frohnau“ wurden und werden immer noch durchweg positiv aufgenommen. Und nun ist es also soweit – nach fünf langen langen Jahren erscheint nun endlich der zweite Longplayer. So viel sei vorweggenommen: Er überzeugt auf ganzer Linie.

Und die Türe schließt und ich fahre fort, ohne Ziel und ohne Sinn. Immer im Kreis, immer zu, es ist egal, wo ich nun bin. Ich bleibe dort, wo es mir gefällt und heut´ keine Türe schließt.

„Frohnau“ bringt zehn Songs mit sich und hat eine Laufzeit von knapp 30 Minuten. Musikalisch sind die Songs meist schwungvolle, Gitarren-geprägte und dynamische Melodien. Ein immer wiederkehrendes Symbol sind Passagen innerhalb der Stücke, in denen sich der Beat eine kleine Pause gönnt und etwas entschleunigt, eine Art Break. Repräsentativ lässt sich hier beispielsweise „Sugar Treatment“ nennen, das gleichzeitig außerdem für den Gute-Laune-Sound des Trios und der Platte steht. Passend zum Titel stehen gleich zwei Tracks der Platte. Zum einen ist das „North Of The Town“ und zum anderen das bereits erwähnte „Frohnau“, die sich beide Berlins nördlichem Ortsteil Frohnau widmen.

Der präsentierte Indie-Rock auf dem Album erinnert teilweise an bekannte und vor allem auch geschätzte Künstler wie beispielsweise Mac DeMarco, DMA`s oder Hockey Dad. Weiterhin lässt sich der Song „Modomomo“ in meinen Augen hervorragend in einem Western als Soundtrack verwenden. Man stelle sich nur einmal vor, James Coburn reitet dem Sonnenuntergang entgegnen, begleitet von der Lead-Gitarre aus „Modomomo“.

Snøffeltøffs zweiter Longplayer ist eine wahre Frohna(u)tur, die zum Tanzen und Singen animiert, was im Hinblick der Tristesse des Winters ein wirklich willkommener Ausgleich ist. Meinen im Vorfeld ganz persönlich entstandenen Erwartungen wird das Werk definitiv gerecht und ich kann mir wirklich gut vorstellen, dass dieses Album dem Großteil ein breites Lächeln ins Gesicht zaubern wird.

06.12.2019 Hamburg – Komet
07.12.2019 Berlin – Schokoladen

VÖ: 06. Dezember 2019 via La Pochette Surprise Records