Von Esther Sambale, 30. März 2020

Vertrackte Tracks und launische Liedzeilen – auf ihrem Debütalbum „925“ verbindet die Londoner Band Sorry, bestehend aus Asha Lorenz und Louis O’Bryen, Indierock mit 90er-Grunge, Trip-Hop, und Jazz-Elementen. Über allen 13 Liedern hängt eine nihilistische Trotzwolke, aus der es immer wieder kreative Funken regnet.

In kunstvoll gelangweilter Stimmlage, lehnen sich Sorry in „Right Around The Clock“ an Tears For Fears-Textzeilen an – „I’m feeling kinda crazy/I’m feeling kinda mad/The dreams in which we’re famous are the best I’ve ever had” – und schauen schön phlegmatisch in die Zukunft: „The future’s bright, or barely there/Can’t tell tonight, or even care”.

In „More“ singen die beiden 22-jährigen entschlossen unentschlossen über Drogen und Liebe und klingen dabei wie die jüngeren Band-Geschwister von Alison Mosshart und Jamie Hince: „I want more and more and more and more/I want love/Don’t give me too much, too much, too much/Just give me enough” Ein Song, der sich kurz wie ein Hybrid der The Kills-Titel „The Future Starts Slow, „DNA” und „Last Day of Magic” anhört.

Auf melancholische Weltflucht begeben sich Lorenz und O’Bryen in „As The Sun Sets“: „As the sun sets/I really wanna run into it/Then I think to myself/What a wonderful world/What a hell of a day/(…) And I cry crystallised tears/And I wanna be blind/So I stare up to the sky/And flood myself in the light”. Eskapistische Zeilen, die sich von schleppenden Gitarren und der textlichen Anspielung auf einen Louis-Armstrong-Klassiker begleitet, sehr melodisch durch das träge Flimmern der Luft eines viel zu heißen Sommers winden. Musik für alle, die gerade eine Auszeit vom Wirbeln der Welt brauchen. Laut aufdrehen, nicht nachdenken, ins Licht schauen.

08.12.2020 Köln – Baumann & Sohn
09.12.2020 Hamburg – Molotow Upstairs
11.12.2020 Berlin – Badehouse
13.12.2020 München – Unter Deck

VÖ: 27. März 2020 via Domino Records