Von Connor Endt, 10. September 2019

Zaghafte Gitarren-Akkorde, dazu bedrohlich knarzende Streicher, die irgendwo an der Schmerzensgrenze ansetzen. Später gesellt sich ein loungiges Saxophon dazu und immer wieder fährt einem eine 808-Kick beim Hören in die Magengrube. Eins ist klar: Squid haben echt Mut zur Lücke, wenn sie ihren Zuhörer*innen einen solchen Opener („Savage“) vorsetzen.

Und diese Experimentierfreude zieht sich erfreulicherweise durch die gesamte „Town Centre“ EP. „Matchbet“ setzt mit Radiohead-haften Melodiestrukturen an, um dann in einen manisch gebrüllten Refrain zu münden. Einige stimmliche Parallelen zu Cage The Elephant sind auch unüberhörbar. „The Cleaner“ ist eine groovende Funk-Nummer mit Weltraum-Synthesizern, die zwar eingängig ist, aber dadurch nichts an einer gewissen Weirdness einbüßt, die sich so auch durch alle anderen Tracks zieht. Für „Rodeo“ ziehen Squid dann nochmal alle Register: elektronische Beats paaren sich mit Streichern und Trompeten, das Cello sägt unheilvoll im Hintergrund. Fans von Mr. Bungles „California“ dürfte diese Nummer ganz besonders munden.

Die vier Briten präsentieren mit ihrer „Town Centre“ EP eine unglaublich vielseitige, experimentelle Scheibe, die auch nach mehreren Hördurchgängen spannend bleibt. Squid ist eine Band, die man unbedingt auf seinem Radar haben sollte – wer weiß, was da noch für spannendes Material folgen wird.

21.09.2019 Hamburg – Reeperbahnfestival
22.09.2019 Berlin – Internet Explorer

VÖ: 06. September 2019 via Speedy Wunderground