Von Nils Hartung, 30. September 2019

Stefanie Schrank hat für einen Moment die Bassgitarre bei Locas in Love zur Seite gestellt, um an einem wundersam funkelnden Raumschiff zu basteln, mit dem es gelingen kann die Zwischenräume des Universums zu bereisen. Umgeben von schwerelosen Synthieflächen und hakeligen Elektrobeats fliegt „Unter der Haut eine überhitzte Fabrik“ vorbei an Fake-Sternen, die als glänzender Schrott im Weltall enttarnt werden. Auf einem entlegenen Planeten sagen sich die Mutter von Luke Skywalker und die Katze von Jesus leise gute Nacht, während sich die Menschen auf der Erde durch die düsteren Kanäle der „Stadt unter der Stadt“ schieben.

In Stefanie Schranks assoziativen Texte melden sich Grauzonen zu Wort, die jede Eindeutigkeit negieren. Eindeutig ist allenfalls, dass die heiß gelaufene Mensch-Maschine schon seit geraumer Weile ziemlich unheilvoll vor sich hin eiert. „Unter der Haut eine überhitzte Fabrik“ ist textlich wie musikalisch reich an wundervollen Eigenarten, die einem gleich beim ersten Hören ihre Tentakel sanft ums Hirn wickeln wollen. Derweil verkündet uns Stefanie mit warmer Stimme die wohl beste Nachricht des Tages: „Nothing is lost, alles wird zu Kompost!“ Na, dann wird doch alles gut – oder?

17.10.2019 München – Rote Sonne
18.10.2019 Frankfurt – Brotfabrik
22.11.2019 Berlin – Festsaal Kreuzberg
23.11.2019 Kiel – Die Pumpe
24.11.2019 Hamburg – Docks
25.11.2019 Bochum – Bahnhof Langendreer
26.11.2019 Jena – Trafo
27.11.2019 Dresden – Tante Ju
15.12.2019 Köln – Altes Pfandhaus

VÖ: 27. September 2019 via Staatsakt