Von Julian Neckermann, 19. September 2019

„Let There Be Drone“ – der Titel der ersten Europatour von Sunn O))) seit 2016, weckt unweigerlich einige Assoziationen, die ganz gut auf das Musikverständnis, das man für diese Ausnahmeerscheinung mitbringen muss, abzielen. Das mit einem dicken Augenzwinkern abgeänderte Bibelzitat erhebt die Band in die Position eines schaffenden Gottes, der Raum und Zeit kreiert. Mit ihren Stücken erforschen sie Klangräume, die in ihrer sonischen Qualität Zeit spürbar werden lassen.

Genug davon: Ja, über Sunn O))) ließe sich einiges schreiben, was aber niemals die Erfahrung fassen kann, die ein Live-Konzert dieser Band bietet. Ich erinnere mich gern an das Konzert 2016 in München zurück. Gefühlt zwei Stunden (vielleicht war es auch nur eine aber eigentlich ist es schon wieder lustig, dass Sunn O))) auch in ihrer Abwesenheit Zeit so erfahrbar machen) erstmal rumstehen und sich einnebeln lassen, bis man die eigene Hand nicht mehr vor Augen gesehen hat. Dann gut eine, eineinhalb Stunden Dröhnen mit einer Vokalperformance von Attila Csihar, die in einem fulminanten Höhepunkt gipfelte, der im sich auflösenden Nebel mit einem speziellen Einsatz von Lichtern auch auf visueller Ebene überwältigend war. Das sollte man sich auf jeden Fall mal ansehen und man ist um eine neue, sehr spezielle Konzerterfahrung reicher.

07.10.2019 München – Backstage Werk
08.10.2019 Karlsruhe – HfG / ZKM
09.10.2019 (CH) Basel – Kaserne
10.10.2019 Leipzig – Felsenkeller

VÖ: 13. April 2019 via Southern Lord Recordings