Von Oliver Schröder, 25. Januar 2019

Solid as a rock: Adam Franklin ist seit den neunziger Jahren so etwas wie der stille Teilhaber des Shoegaze. Mit Swervedriver brachte er Noise, Psych und Rock routiniert zusammen, wobei der Fokus meistens deutlich auf Letztgenanntem lag. Dabei bewegte er sich zwar nicht unbedingt ständig unterhalb des Radars, schien sich aber keinem Genre-Hype so richtig unterordnen zu wollen.

Solide sein ist nun mal das, was Swervedriver am besten können. Durchweg solide waren auch die ersten beiden Alben. Mit „Ejector Seat Reservation“ ging man dann vielleicht das ein oder andere Experiment zu viel ein, bevor dann 1997 auf dem ideenarmen „99th Dream“ etwas zu heftig gegengesteuert wurde. Das Album blieb das letzte bis zur Reunion vor gut drei Jahren.

Nach dem überraschend frischen Comeback-Album, geht es mit „Future Ruins“ solide weiter. Schon das erste Stück „Mary Winter“ lässt das alte grungy Swervedriver-Feeling zurückkehren: Mit einem Auge über den Atlantik schielend, startet Franklin seine wilde Verfolgungsjagd zwischen aufbäumenden Gitarrenwogen, Indierock-Melodien, Sprachsamples und euphorischer Grundstimmung. Auch toll: der flirrend-schwebende Titelsong, bei dem man die Glocken leise im Hintergrund hören kann. Franklins sachliche Trademark-Vocals halten das ganze gewohnt sympathisch auf dem Boden.

Eine treue, mittlerweile etwas angegraute Fangemeinde, gibt es immer noch. Die alten Alben wurden auf den letzten Touren nochmal gründlich abgefeiert. Die neuen Songs würden es wohl ebenfalls, wären sie vor 25 Jahren erschienen. Mal sehen, ob es zu einer „Future Ruins“-Tour im Jahre 2044 kommen wird. Ich würde hingehen wollen.

VÖ: 25. Januar 2019 via Rock Action