Von Lennard Göttner, 22. September 2020

Thala klingt neu. Thala ist neu. Und trotzdem erinnert so ziemlich alles, was innerhalb ihres neuen Songs „Serenade“ passiert, an Retro-Vibes der 60er- und 70er-Jahre. „Come as you are or stay where you were“. Die junge Künstlerin präsentiert eine Kombination aus träumerischem Klanggefüge und klugen Zeilen, irgendwo zwischen Beach House und Lana Del Rey.

Doch wer ist Thala überhaupt? Die 26-jährige Newcomerin stammt aus Berlin und verbrachte ihr nahezu gesamtes Leben in der bunten Metropole, ehe sie vor etwas mehr als vier Jahren einen neuen Weg betrat und mit den Kanarischen Inseln eine vorerst neue Heimat fand. Autodidaktisch fing sie an, Musik zu schaffen und schrieb erstmals Gefühle und Gedanken nieder. Zurück in Berlin erlebte sie ab Ende 2018 eine in musikalischer Hinsicht ziemlich aufregende und rasante Zeit. Zahlreiche Open-Mic-Abende und der Beginn des Straßenmusizierens ermöglichten ihr schließlich den Einstieg beim Plattenlabel Duchess Box Records.

Doch zurück zum Wesentlichen. Mit „Serenade“ kommt Thala ausgesprochen ruhig und friedvoll daher. Kurz gesagt passiert in musikalischer Hinsicht nicht wirklich viel innerhalb des Songs. Doch das was passiert, ist so stimmig und rundum harmonisch, dass am Ende überhaupt nicht mehr wichtig ist, wie komplex die Komposition eigentlich zu sein hat. Manchmal ist weniger eben einfach mehr und im Falle von Thala das genau Richtige. Hervorzuheben sind hier insbesondere Thalas Vocals, die schlichtweg nahezu nicht mehr brauchen als sich selbst. „Serenade“ klingt wie eine Reise des eigenen Ichs, die lange nach einem Ziel sucht, doch am Ende erkennt, dass es nie um das Ziel, sondern den Weg ging.

VÖ: 18. September 2020 via Duchess Box Records