Von Stefan Killer, 28. Januar 2019

Bass? Check. Hardrock-Riff? Check. Drückende Drums? Eh klar. Aber irgendwas fehlt. Nach gut einer Minute Spielzeit singt immer noch kein engelsgleicher Lockenkopf auf „The Great Beyond“. Liegt daran, dass das Debütalbum der gleichnamigen Band kein Abklatsch der alten Vorbilder aus den Siebzigern ist. Und nicht nur der knapp vierminütige Instrumental-Opener ist Beweis dafür.

Der zweite Titel der drei Münsteraner mit Bass, Gitarre und Schlagzeug löst das Rätsel auf: In „Slip Away“ kommen nicht nur handballengedämpfte Powerchords, sondern auch zweistimmige Gitarren und, na endlich, (teils dreistimmiger) Gesang zum Zug. Nicht, dass der nötig wäre, um ein ausgewogenes Klangbild zu schaffen, aber durch das recht direkte und repetitive Songwriting liegen Vokaleinlagen nahe.

Der Rest des Albums bewegt sich nicht weit weg von dieser Formel. Ab und an ein Ausreißer in Sachen Blues („Maddest Man“) oder zurückgenommener Zerre, aber das Gros der Songs bricht – in eben klassisch-rockiger Manier – kaum aus. Leider, denn zumindest technisch wäre noch mehr möglich. Dafür erwartet den Hörer ein kurzweiliger wie niveauvoller Kopfnicker nach dem anderen. „The Great Beyond“ ist ein Retrorock-Debüt mit „Replay“-Faktor.

01.03.2019 Bremen – Tower
14.03.2019 Köln – Halle am Rhein
16.03.2019 Dortmund – Check Your Head
10.04.2019 Bielefeld – Potemkin Bar

VÖ: 25. Januar 2019 via This Charming Man Records