Von Säm Wagner, 17. Mai 2019

Mal ließen sie drei Jahre vergehen, mal vier. Nach ihrem Über-Album „Boxer“ nahmen sich The National stets Zeit für ihre Alben. Nicht so bei „I Am Easy To Find“, das jetzt bereits zwei Jahre nach dem Vorgänger „Sleep Well Beast“ veröffentlicht wird und dem Vernehmen nach mit viel Material gefüllt wurde, das bereits geschrieben war.

Matt Berninger, die Dessner- und die Devendorf-Brüder haben sich mit Avantgarde-Filmemacher Mike Mills (nicht verwechseln mit dem gleichnamigen R.E.M.-Bassisten) angefreundet und folgendes Projekt ausgeheckt: Gemeinsam sollte ein Film und ein Album entstehen, beide Werke sollten sich gegenseitig beeinflussen. Heraus kam ein halbstündiger Kurzfilm mit Alicia Vikander in der Hauptrolle sowie ein 70-minütiges Album. Die Besonderheit darauf: The National holten sich dieses Mal Gastsängerinnen ins Studio. So treten Lisa Hannigan, Sharon Van Etten, Mina Tindle, Gail Ann Dorsey und Kate Stables vor das Mikrofon, um der Stimme von Matt Berninger einen Gegenpol zu liefern.

Ja, schon, auf den ersten Hördurchgang bietet „I Am Easy To Find“ wenig Neues. Eingetretene Pfade verlassen The National nicht, laut und wütend wird es dieses Mal auch nicht. So ist „I Am Easy To Find“ vordergründig wohl das entspannteste Album der Band. Doch spätestens beim dritten, vierten Hördurchgang verliebt man sich ja doch wieder die komplexen Arrangements der Dessner-Brüder. Und man findet die rauen und aufgewühlten Momente beim genauen Hinhören dann auch wieder.

Stadion-Indierock muss nicht peinlich sein. Das können The National beweisen. So gut, wie höchstens noch Arcade Fire.

15.07.2019 Frankfurt – Jahrhunderthalle
16.07.2019 Hamburg – Stadtpark (ausverkauft)
26.11.2019 Berlin – Columbiahalle
27.11.2019 Berlin – Columbiahalle
01.12.2019 Bochum – RuhrCongress
02.12.2019 Köln – Palladium
04.12.2019 München – Zenith
05.12.2019 Stuttgart – Porsche Arena

VÖ: 17. Mai 2019 via 4AD