Von Tim Brügmann, 15. Januar 2019

Ein markantes R und das Herz tonnenschwer. Den einzigen Vorwurf, den man vielen Bands aus Schottland machen kann, ist, dass sie ihren besonderen Akzent kaum ausspielen. Eine löbliche Ausnahme bildet jedoch die Lieblingsband von The Cure-Frontmann Robert Smith. The Twilight Sad aus Kilsyth bei Glasgow rollen seit nunmehr 15 Jahren profund das R, wobei Frontmann James Graham den Shoegaze tief im von Melancholie gepiercten Herzen trägt. Am 18. Januar veröffentlichen sie mit „It Won/t Be Like This All the Time“ ihr bis heute rauestes Werk.

Dabei muss man dem Quintett eines lassen. Ausreichend Zeit, sich mit dem neuen Material des fünften Studioalbums anzufreunden, haben sie der geneigten Hörerschaft ausreichend gegeben. Ganze drei Singles, wie beispielsweise „Videograms“ oder „I/m not here [missing face], schicken sie der Platte nach Drummer-Wechsel vorweg und stimmten mit einer ausgedehnten Welttournee mehr auch die letzten Skeptiker mehr als vorfreudig.

Denn auch auf dem nunmehr fünften Output umklammern The Twilight Sad die Abgründe der Seele und besingen in feinstem Scottish English unterlegt von treibenden Synths und Soundkaskaden die schwere Seite des Herzens. Dynamisch und doch beengend, filmisch und düster changieren die elf Tracks auf „It Won/t Be Like This All the Time“ im Fahrwasser ihrer besten Songs.

14.-16.06.2019 Mannheim – Maifeld Derby
14.-16.06.2019 Duisburg – Traumzeit Festival

VÖ: 18. Januar 2018 via Rock Action Records