Von Tim Brügmann, 26. Juni 2020

“It is the middle ground between light and shadow, between science and superstition, and it lies between the pit of man’s fears and the summit of his knowledge.” So oder ähnlich verhielt es sich jedenfalls von 1959 bis ins Jahr 1964 mit der Twilight Zone. Nicht ganz so theatralisch, aber nicht weniger geheimnisvoll geht das New Yorker Duo The Vacant Lots auf ihrem dritten Album vor. Gemeinsam mit Jared Artaud und Brian MacFadyen tauchen wir ein in die „Interzone“. Und die entpuppt sich als tanzbarer Grenzgang zwischen den Genres.

Hat das Shoegaze meets Psychedelic-Rock Vehikel aus den Staaten erst kürzlich ihre in Berlin unter den Argusaugen von BJM-Mastermind Anton Newcombe aufgenommene EP „Exit“ veröffentlicht, überraschen die beiden Stilgratwandler von The Vacant Lots sogleich mit neuen Lesarten ihres Genre-Mix. Dieser orientiert sich anders als die Berlin-EPs konsequent an dessen Vorgängern. Auch hier treffen die an die 80er ermahnende Synthesizer-Partituren auf Spoken-Word-Poesie und berauschende Gaze-Gitarren:

„Interzone is more of a reaction to Endless Night, our last LP. EXIT and BERLIN are more connected to each other.“, lässt uns der Alan-Vega-Erbe Jared Artaud wissen und sieht die zur Perfektion getriebene Melange von „Interzone“ als folgerichtige Weiterentwicklung ihrer Langspieler-Arbeit. Dabei verfolgen die beiden auch weiterhin ihren markanten Ansatz von less is more. Bei The Vacant Lots müssen die Songs sitzen, knackig sein, zum Punkt kommen und sich nicht endlos verschachteln.

Und genau hier setzen sich The Vacant Lots wohlwollend ab von ihren Genre-Kollegen wie den Dandy Warhols oder Newcombes Brian Jonestown Massacre. Die DNA ähnelt sich, doch auf „Interzone“ regiert die Effizienz. Effizienz die für Ohrwürmer sorgt, zum Träumen in Escher-esken Schwarzweiß-Figuren einlädt und den Organismus zum Mitwippen anregt. Die Sonnenbrille sitzt, die Zeichen stehen auf Coolness und so tanzen wir mit The Vacant Lots bequem durch die Endzeit straight in die „Interzone“.

VÖ: 26. Juni 2020 via Fuzz Club