The War On Drugs – A Deeper Understanding
© Shaun Brackbill

The War On Drugs A Deeper Understanding

Es gibt Bands, an denen kommt man einfach nicht vorbei. Da kann man sich noch so sehr gegen dutzendfache Auszeichnungen und den allgemeinen Applaus sträuben wollen – keine Chance. Irgendwann kriegen sie dich. Und spätestens dann muss sich halt der Backkatalog nachbesorgt werden.

Die vergangenen dreieinhalb Jahre wurden von Adam Granduciel und Bandmitgliedern größtenteils New York und Los Angeles verbracht, um am neuen Album zu arbeiten. Zusammen mit Shawn Everett (Alabama Shakes, Weezer) schufen sie das musikalische Pendant zu „Zurück in die Zukunft“: Ästhetisch tief in den Achtziger Jahren verwurzelt sorgt „A Deeper Understanding“ für eine gute Stunde nahezu perfekt komponierte Feel-Good-Zeit ohne Reue – dafür aber mit Substanz und Humor.

Wieder etwas sachlicher und ausgewogener geht es zu, wieder ein Stück mehr liegt die Betonung auf dem Song, als auf den Effekt. Und wieder muss man unwillkürlich an den Boss denken, wie er 1984 mit Jeans und weißem T-Shirt stampfende Hymnen in den Nachthimmel singt. Und wir alle mit. Schon die ersten Töne von „Up All Night“ klingen merkwürdig vertraut. Aber auch keines der folgenden neun Stücke verlangt einem auch nur das geringste Bisschen Eingewöhnungszeit ab. In Sachen Gastfreundlichkeit sind sie allesamt sofort zur Stelle und lassen uns auch so schnell nicht mehr gehen. Selbst das elfminütige „Thinking Of A Place“ ist keinesfalls an irgendeiner Stelle brockig oder breitgewalzt, sondern lässt sich einfach ausgiebig Zeit, um die typische The War On Drugs-Atmosphäre zwischen Americana und Keyboard-Hymne zu kreieren. Mit anderen Worten, es ist Zeit, dem Hype endlich mal zu glauben.

03/11/2017 Köln – E-Werk
17/11/2017 (CH) Zürich – X-tra
20/11/2017 München – Muffathalle
21/11/2017 Hamburg – Große Freiheit 36
22/11/2017 Berlin – Tempodrom

VÖ: 25. August 2017 via Atlantic Records
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