The xx – I See You
© Gavriel Maynard

The xx I See You

Eins vorweg: Wird sind uns doch einig, dass „Coexist“, das zweite Album des britischen Indie-Trios The xx, der große Wurf nicht war. Oliver Sim, Romy Madley Croft und Jamie Smith gelang damit nur eine aufgewärmte Nacherzählung ihres wundervollen Debütalbums. Natürlich, die Songs funktionierten nach demselben Muster, dem The-xx-Trade-Mark-Sound. Sie waren düster, minimalistisch, sparsam instrumentiert, deep und aussichtslos melancholisch. Was drei Jahre zuvor auf dem Debüt noch bahnbrechend und angesagt klang, war auf Album zwei eine Wiederholung und längst auserzählt. Noch dazu kam, dass Schlagzeuger (oder Drumcomputer-Bediener) Jamie Smith längst ein zweites Feld beackerte, sich dort detailverliebter austobte: Als Jamie xx produzierte er von Musikblogs hochgelobte und in den Clubs gefeierte Remixe, unter anderem für Florence & the Machine, Adele oder Gil Scott-Heron. Er experimentierte mit Dub, Two-Step und Hip Hop. Und alle (Musik-)Welt wartete spätestens nach der formidablen Single „Far Nearer“ eher auf ein Jamie-xx-Album als sich weiter für The xx zu interessieren. Das Album „In Colour“ kam und erfüllte zum Großteil die Erwartungen. Mehr noch, Jamie xx schloss darauf den Kreis. Er holte seine The-xx-Bandkollegen Romy und Oliver ins Studio und ließ sie über seine Electro-Tracks singen. Ganz nebenbei sei erwähnt: Es wäre eine Schande, wenn The xx „Loud Places“ und „Stranger In A Room“ nicht ins Programm der kommenden Tour aufnehmen würden.

Der eigentliche Grund dieser Zeilen: „I see you“, das dritte The-xx-Album ist raus. Und soll die Band prominent zurück ins Game bringen (für die anstehende Tour wurden ausschließlich riesige Hallen gebucht). Das Trio hat ein Album kreiert, auf dem als Absender genauso Jamie xx wie auch The xx stehen könnte. Man trifft sich exakt in der Mitte. The xx wurden elektronischer, sie sind geordnet verspielt. Romy zeigt noch mehr wie zuvor, dass ihre großen Vorbilder aus dem Soul kommen. Und Jamie xx gibt sich für seinen Teil gleichzeitig poppiger. Sehr viel poppiger – ohne die Deepness aufzugeben. Und das muss man anerkennen: Er wächst als Produzent über sich hinaus. Bedeutet in der Summe: „I see you“ vereint das Beste von beiden „Bands“ – von Jamie xx wie auch von The xx. Die Supergroup innerhalb einer Band. Das Album wird bestand haben – auch nach dem Release-Hype und der Hallen-Tour.

12/02/2017 Hamburg – Sporthalle
24/02/2017 München – Zenith
25/02/2017 Berlin – Arena (ausverkauft)
26/02/2017 Frankfurt – Jahrhunderthalle (ausverkauft)
28/02/2017 Düsseldorf – Mitsubishi Electric Halle

VÖ: 13. Januar 2017 via Young Turks.
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