Von Nico Beinke, 16. Oktober 2020

Thomas Bertelsen hat in seinem Landsmann Anders Trentemøller nicht nur den perfekten Mentor gefunden, sondern für sein Debüt „Future Ruins“ mit dessen Label (In My Room) eine würdige Heimat. Seit spätestens 2010, mit seinem Album „Into the Great Wide Yonder“, annähernd unsterblich geworden, fungiert Trentemøller als Protegé für TOM And His Computer. Ein zugeschusterter Support-Slot für die letzte Live-Tour, gemeinsame DJ-Sets und nun als Co-Producer für das erste volle Album (nach der zuvor erschienenen „Small Disasters“-EP von 2016); Trentemøller hat Bertelsen unter seine Fittiche genommen.

TOM And His Computer ist ein eher irreführender Alias, denn die schwer zu entschlüsselnde Melange aus Dream Pop, Psychedelia und EBMigen Electro ist offensichtlich nicht nur Bertelsens Computer entsprungen.

I switch back and forth between the digital and the analog worlds. I‘ll utilize old guitar pedals as well as the newest software.

Vor allem in Kombination mit dem Gesang Roxy Jules für u. a. „Lovers and Gasoline“ und dem Titeltrack „Future Ruins“ ploppt sofort die Erinnerung an die 2007er Großtat „23“ der New Yorker Indie-Institution Blonde Redhead auf. Zumeist umströmt die zehn Songs zudem eine dezent „düsterwellige“ Note, die sich wiederum eher mit dem Debüt der Brightoner Dark Horses „Black Music“ von 2012 beschreiben lässt. Zu guter Letzt bricht sich in Form des letzten Tracks „Disbelief In A Postmodern World“ ganz ungehemmt ein schwer dem EBM entsprungener Gruß von der Electro-Front Bahn. Danach kann nichts mehr kommen – es ist alles gesagt und noch mehr gewonnen. TOM And His Computer ist ein beeindruckendes erstes Album gelungen.

VÖ: 16. Oktober 2020 via In My Room