Von Oliver Schröder, 24. Januar 2020

Gestern, heute, morgen: Während es an anderen Stellen zu vielbeachteten Reunions, Sequels und Reboots kommt, waren Wire gefühlt immer irgendwie da. Die Pausen in den Achtziger und Neunziger Jahren wurden ebenso wenig an die große Glocke gehängt, wie der Ausstieg Bruce Gilberts oder die weitgehend konstante Qualität ihrer Musik. Auch „Mind Hive“ wird seinen Weg unter dem Radar der breiten Massen zu den Fans finden, die im Plattenregal gerne ein Plätzchen freigehalten haben. Gleich rechts neben „Silver / Lead“

„Be Like Them“ ist ein mittlerweile ungewohnt heftiger Einstieg in ein ansonsten durchwachsenes Postpop-Album, das an einigen Stellen eingängig und leichtfüßig („Cactused“, „Off The Beach“) und besonders in der zweiten Halbzeit melancholisch („Unrepentant“) und schwergewichtig drückend („Oklahoma“, „Hung“) geraten ist. Dazwischen befindet sich der Hörer, der sich je nach Vorliebe und Stimmung seine persönlichen Rosinen herauspicken kann. Insofern klingt Wires 17. Album zwar wieder erstaunlich wenig nach Vergangenheit, dafür allerdings auch kaum mehr nach Zukunft. „Mind Hive“ ist durch und durch ein Produkt der Gegenwart: modern, zeitgemäß, flüchtig.

15.05.2020 Köln – Gebäude 9
18.05.2020 Berlin – SO36
19.05.2020 Hamburg – Markthalle

VÖ: 24. Januar 2020 via Pink Flag