Zeal & Ardor – Stranger Fruit
© Stian Foss

Zeal & Ardor Stranger Fruit

Wie zur Hölle schaffe ich es, den musikgewordenen Antichrist aus brachialem Black Metal und souligem Gospel zu erschaffen? Der Antwort hat sich Manuel Gagneux alias Zeal & Ardor wohl noch vor den Aufnahmen seiner neuen Platte gewidmet, denn mit „Stranger Fruit“ schuf er ein schlüssiges Blues-Manifest aus der Unterwelt.

Zu lange haben es sich die Anhänger beider Genres in ihren traditionellen Suhlen gemütlich gemacht und Götzendienst an den bekannten Größen geleistet. Doch die prophezeite Apokalypse und Werterneuerung vieler Bands lässt bis heute auf sich warten. Anders bei Zeal & Ardor: Mit einfachen Mitteln schafft er, was sich die meisten Künstler wohl nicht trauen – verbinden, was nur scheinbar nicht zusammenpasst. Dabei sind die zwei genannten Schubladen gar nicht so weit voneinander entfernt. Beide thematisieren spirituelle Traditionen, Schauplätze wie Kirchen oder Gräber sind meist auch nicht weit.

Und die Gegensätze auf „Stranger Fruit“ funktionieren. Blastbeats wechseln sich mit Blues-Gesang ab, Triolen mit Chorälen. Das Erstaunliche ist, dass Zeal & Ardor nie das Gesamtwerk aus den Augen beziehungsweise Ohren verliert. Ziel war, aus den charakteristischen Merkmalen zweier vermeintlich unvereinbarer Stile ein diabolisch schönes Wesen zu schaffen. Hat’s geklappt?

Aufnahme- wie tontechnisch auf jeden Fall. Der Mann hinter Zeal & Ardor vereint die Vorzüge beider Welten so gekonnt und druckvoll, als gäbe es ihn seit Jahren zwiegespalten in der einen und der anderen. Mittlerweile ist er allerdings live – wohl auch aufgrund der umfassenden Kompositionen – zu einer Band aus mehreren Musikern gewachsen.

Während die vier Black-Metal-Reiter tief röhrend die Apokalypse heraufbeschwören, schimmert immer noch die bodenständig bluesige Gitarrenmelodie durch. Zum Schluss darf auch noch der Synthesizer ran. Genau das ist, was Zeal & Ardor so besonders macht: Ob der Mann kreischt, singt, groovet oder schreddet, das Gespür für genreübergreifende Details ist ihm angeboren. „Stranger Fruit“ ist ein augenzwinkernder Meilenstein zweier ach so realen Genres.

03.08.2018 (AT) Lustenau – Szene Openair
04.08.2018 Wacken – Wacken Festival
09.08.2018 Köllerbach – Rocco Del Schlacko Festival
10.08.2018 Tauber – Taubertal Festival
02.11.2018 (AT) Linz – Ahoi Pop Festival
03.11.2018 (AT) Wien – Europavox Festival
15.11.2018 München – Feierwerk
16.11.2018 (AT) Dornbirn – Conrad Sohm
20.11.2018 Berlin – Columbia Theater
21.11.2018 Hamburg – Knust
28.11.2018 Köln – Essigfabrik
14.12.2018 (CH) Zürich – Dynamo
15.12.2018 (CH) Basel – Kaserne Reithalle

VÖ: 08. Juni 2018 via MVKA
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