Von Christoph Walter, 17. November 2020

Mit den vorab veröffentlichten Stücken „I Will Always Be Yours, Forever“ und „I Disappeared Under The Sea“ hatte Zola Mennenöh in den vergangenen Monaten bereits große Vorfreude auf ihr Debütalbum „Longing For Belonging“ geweckt. Die hohen Erwartungen löst die Platte der in Köln und Kopenhagen beheimateten Sängerin, Komponistin und Multiinstrumentalistin nun erfreulicherweise ein – mit fast schon spielerischer Leichtigkeit.

Der Titel „Make Things Simple“ steht dabei exemplarisch für die gesamte Herangehensweise. Mit vergleichsweise minimalistischer Instrumentierung, ohne Gesang und mit stets nur kleinen Variationen schlägt das Stück einen Pfad ein, dem man zwölf Minuten lang gespannt folgt. Die meisten anderen Stücke auf „Longing For Belonging“ sind weniger ausladend und experimentell, verfügen aber trotz aller Besinnung aufs wesentliche über genug doppelte Böden, um auch bei mehrmaligem Hören noch Neues zu entdecken.

Und während anderen Alben zum Ende hin gerne einmal ein wenig die Puste ausgeht, kann Zola Mennenöh hier sogar noch zulegen, denn mit der feierlichen Piano-Ballade „I Sing For The Lost Ones“ und dem sachten Folk-Song „Sea Of Silence“, schüttelt sie fast zum Schluss noch zwei Glanzlichter aus dem Ärmel. Eine tolle Platte, die sich auch hinter den aktuellen Werken von Branchenführerinnen wie Agnes Obel keineswegs zu verstecken braucht!

VÖ: 13. November 2020 via Figureight Records