Text: Matthias Prawinski, 16. Juli 2021

Man kann von diesem Jahr halten was man möchte, aber für den glückseligen Psych, der vor sich hinlächelnd aus allen Poren Euphorie tropfen lässt, ist definitiv Blütezeit angesagt. Ein weiteres großartiges Album ist in diesem Fall Acid Dad aus New York mit ihrer zweiten LP „Take It From The Dead“ gelungen. Im vorigen Jahr haben sie die Zeit damit verbracht weiterhin unabhängig ihre eigene Musik und Kunst zu produzieren, ein neues Studio in Queens aufzubauen und nebenbei mal eigene Gitarren zu bauen nebst diversen Effektpedalen. Zeitmanagement-Gottheiten eben.

„Take It From The Dead“ ist ein Knotenpunkt aus einer Reihe verschiedener und unverzichtbarer Einflüsse der Vergangenheit und einem modernen Blick nach vorn- moderne Nostalgie. Fragmente aus 70er Rock`n`Roll, Neo-Psych, moderner Post-Punk und verträumte Sonic-Youth-Daydream-Nation Assoziationen kochen hoch und katapultieren Acid Dad auf ein neues Level. Im Gegensatz zu ihren früheren Arbeiten geben sie ihren Songs hier mehr hypnotischen Raum, eine ausgeklügeltere Struktur und eine persönlichere Ästhetik ganz ohne damalige Entwicklungsschmerz-Einbußen.

Als dritte saftig-appetitanregende Single des kommenden Albums wurde der Song „Searchin´“ mit einem Musikvideo, an dem die Band mit dem Videokünstler Webb Hunt im letzten Jahr zusammenarbeitete, veröffentlicht und neben einer The Jesus And Mary Chain Reminiszenz liegt dieser Single noch eine sympathisch-phlegmatische Grundruhe und überaus entspannte Euphorie zugrunde.

VÖ: 16. Juli 2021 via Greenway Records