Text: Lennard Göttner, 21. Juni 2021

Stimme/Ton. Awarē kommen aus Jena, spielen Post-Rock und schicken uns mit ihrem experimentellen Album auf eine Reise. Wohin? Naja, das vermag wohl am besten jeder für sich selbst entscheiden. Festzuhalten ist jedoch definitiv, dass das Quartett mit ihrem Debütalbum selbst auf eine gewisse Art Reise gegangen ist. Es ist eine Reise der Reflexion, der Reflexion von Selbst und Umgebung. So verwundert es nicht, dass die drei Songs, die das Album mitbringt, auf künstlerische Art und Weise Themen ansprechen, die die Band-Mitglieder beschäftigen und ihnen am Herzen liegen. So thematisieren die Stücke beispielsweise Sexismus in der Musikszene, Umweltverschmutzung oder aber Mental Health. Jeder einzelne der drei Songs hat seine eigene Geschichte und seine eigene Stimmung.

Das Besondere dabei ist die musikalische Bandbreite. Von abgefuzzt bis großartige, ganz seichte und fast schon melancholische erste fünf Minuten im zweiten Stück, ehe die Geschichte eine Wendung annimmt: Die vier Musiker und Künstler beherrschen einiges und werden innerhalb der 30 Minuten, die das selbstbetitelte Album mit sich bringt, nicht müde, ihre Virtuosität unter Beweis zu stellen. Beim Hören kommt man nicht an Referenzen mit renommierten Post-Rock-Bands wie If These Trees Could Talk oder Russian Circles vorbei. Awarē hat sich innerhalb ihres Debütalbums dazu entschieden, Thematiken mit Sprech-Samples zu bestücken. Das funktioniert. In erster Linie deshalb, weil der musikalische Rahmen so fabelhaft gut zu den Thematiken passt.

VÖ: 31. Mai 2021 via Awarē