Text: Christian Selzer, 08. April 2021

Mit Bass zur Trance: Driftmachine ist ein Berliner Elektronik-Projekt, das mit hypnotisierenden Grooves und dubbigen Bässen den Magen massiert. Dahinter stecken die beiden Musiker Andreas Gerth und Florian Zimmer, die sich aus dem Band-Dunstkreis von The Notwist kennen. Das Duo bleibt auch auf seinem dritten Album „Spume & Recollection” seiner eigenen Formel für elektronische Musik treu: Minimalismus und atmosphärische Dichte bringen Driftmachine auf einen Nenner, indem sie chirurgisch präzise Beats auf abgrundtiefe Bässe treffen lassen.

Oberflächlich betrachtet passiert dabei nicht viel. Doch schon winzige Verschiebungen im Klangspektrum sorgen dafür, dass sich magische Texturen entfalten und in Räume dringen, die der Bass mit Offbeat-Einschlägen zwischen den Noten geschaffen hat. Das erinnert an die berauschende Qualität der Soundschleifen von kosmischer Musik oder das Produzententeam Rhythm & Sound, das Dubreggae mit elektronischer Musik zusammenbrachte.

Doch Driftmachine beschreiten eigene Pfade. Und die führen auf „Spume & Recollection” schnurstracks in eine musikalische Zukunft, in der das Verhältnis zwischen Mensch und Maschine am Modularsynthesizer ausgehandelt wird. Oder um es in den Worten ihres mexikanischen Labels Umor-Rex zu sagen: „Hypno-music for man and machine to dance and dream together“. Kann man so stehen lassen.

VÖ: 12. März 2021 via Umor-Rex