Text: Matthias Prawinski, 11. März 2021

Getuschelt wird in Hamburgs Ecken viel und gerne, natürlich auch über Musik und da nimmt man hier im Norden in letzter Zeit vermehrt immer dasselbe Echo auf: Ecce GOBLYN! Ecce GOBLYN! Und siehe da: Straight aus dem Herzen St. Paulis kommt die Post-Punk Formation Goblyn aus ihren Löchern gekrochen mit ihrer Debütsingle „Wet Dogs“ unterm Arm und lässt einen schnaubenden, blutberauschten Minotaurus von Song aus einem Labyrinth der Hirnwindungen frei.

Das Stück beschreibt den Kampf mit der eigenen Psyche und ihren tollwütig-wirbelnden Mahlstrom, der alles in sich absorbiert und nur eine pulsierende Halsschlagader hinterlässt. Eine innere Zerfressenheit findet statt:

I feel like rats are eating up my guts, they eat and won´t stop until they had enough, chewing and gnorring but I don´t give a fuck, my body collapses and all the people watch

Impulsiv, triebhaft und unbarmherzig tritt der Song eine innere Tür ein, die für viele Individuen zu lange verschlossen war, ohne überhaupt geahnt zu haben, dass eine solche Tür exisitiert. Und hier wirft „Wet Dogs“ seinen Basiliskenblick auf genau diese inneren Untergangsszenarien, die man in sich selbst führt und deren Kulminationspunkte sich mit dem eigenen Untergang schneiden. Ihr Video zur Single bringt diesen Ablauf nochmal brachial aufs Bild. Wenn man behauptet dass sich Goblyns Sound zwischen Hawkwind, den B52s und Sleaford Mods bewegt, hat man gar nicht mal unrecht. Goblyn or die.

VÖ: 10. März 2021 via La Pochette Surprise Records