Text: Matthias Prawinski, 15. März 2021

Es ist gar nicht so lange her, dass Grundeis ihre erste Vorab-Single „Bleach“ veröffentlichten, was zur Folge hatte, dass sich die Hälse verschiedener Post-Punk Anhänger erwartungsvoll gen Hamburg verrenkten, um dieser – momentan vielleicht am heißesten gehandelten – Band in diesem, ihrem Genre zu huldigen.

Jetzt, ein paar Monate nach „Bleach“ werfen sie mit „Vain“, ihrer zweiten Singleauskopplung plus dazugehörigem Video, den nächsten Scheit ins terpentindurchtränkte Feuer. „Vain“ beweist sich als ein tief atmosphärischer Song, der durch die minutiös abgestimmt scheinenden Chorus-Effekt-Einstellungen schwerelos gemacht worden zu sein scheint und ein gutes Stück The Cure-Seele in sich trägt. Es ist bemerkenswert wie Laura Müller, Nils Pfannenschmidt und Tomas Rommel die schmalen Pfade entlang des Tellerrandes zwischen Schwermut und Zuversicht meistern und in eine perfekte Balance bringen, ohne in die Schlucht des enervierenden, leidigen Jammergesangs zu stürzen.

In Zusammenarbeit mit Manuel Tröndle haben Grundeis zu „Vain“ ein knapp dreiminütiges Video fabriziert, aufgeteilt in eine Art Triptychon: Verbitterung/Frustration, Leidenschaft/Geborgenheit und die Transzendentale/übergeordnete Ebene. Schön anzusehen, wie sie mit den bedeutungsschwangeren Farben und ihrer psychologischen Wirkung spielen, wie ein junger Gaspar Noé.

Auf Fragen, wann ihr Debütalbum ihren Weg ans Licht findet, wird jedoch noch Stummheit folgen — aber man hört hier und da, dass es eventuell im Herbst dieses Jahres soweit sein könnte. Solange genießt die wundervollen Gaben, die euch liebevoll aufgetischt wurden.

VÖ: 12. März 2021 via Grundeis