Text: Felix Mossmeier, 28. Januar 2021

Dass Musikvideos bei Mine nicht nur Mittel zum Zweck, sondern vielmehr besonderer Weg des künstlerischen Ausdrucks sind, sollte allen spätestens seit dem Video zu „90 Grad“ bewusst sein. Eigentlich schon früher. Mine ist Perfektionistin. Und an Kreativität mangelt es in Sachen Bewegtbild nicht. Zur neuen Single „Unfall“ hebt Mine das Game aber nochmal auf ein neues Level.

Vollkommene Unvollkommenheit. Unzählige Referenzen. Die großen Themen, (schwachsinnigen) Trends und voranschreitende Emanzipation. Um nur ein paar zu nennen. Alles in einem Editor-Look zwischen Adobe-Anwendungen und dem Windows Movie Maker. Wäre das Video im Dezember erschienen, es hätte ohne Probleme jeden Jahresrückblick ersetzen können. Und doch ist es so viel umfangreicher. Eigentlich frech, es auf das vergangene Jahr zu begrenzen.

2020 war natürlich wie gemacht dafür, ein wenig mehr nachzudenken, weil man viel Zeit mit sich selbst verbringen musste. ‘Unfall‘ fasst sehr gut zusammen, wie ich mich gefühlt habe, als ich das Album aufnahm. Es ist die richtige Zeit, um Revue passieren zu lassen, was im letzten Jahr los war und wie privilegiert wir trotz allem leben können, während anderswo – zum Beispiel an den EU-Grenzen – die Situation verheerend ist.

Bereits im Dezember hatte Mine im Zuge der Aktion „singMINEsong“ sowohl Lyrics als auch Noten zur Single, inklusive der Aufforderung selbst eine Version aufzunehmen, veröffentlicht. Eingereicht wurden über 60 Versionen. Jetzt also Mines eigene Version, die schonmal einen guten Vorgeschmack auf das am 30. April erscheinende Album „Hinüber“ gibt.

VÖ: 30. April 2021 via Caroline