Von Tim Brügmann, 24. November 2020

David Byrne ick hör dir trapsen. Mit „Water in the Well“ gewähren uns die Post-Punk-Shootingstars von Shame einen weiteren Einblick in ihr heiß ersehntes Zweitwerk. Dies wird am 15. Januar wie schon sein Vorgänger über Dead Oceans zum Frontallangriff auf unsere Gehörknöchelchen losgelassen und lautet auf den Namen „Drunk Pink Tank“.

Ja, es wird wohl nur wenige Alben geben, die im Jahr 2021 nicht irgendwie auf die anhaltende Coronakrise einzahlen. Covid-19 schlägt nicht nur aufs Gemüt, es manifestiert sich auch in den niedergeschriebenen Zeilen zahlreicher Künstler. So sah sich auch Shame-Frontmann Charlie Steen dieser Naturkatastrophe in voller Härte ausgesetzt. Auf den Rausch zweier kometenhafter Jahre auf Tour, folgte der unausweichliche Reality-Check. Psychose, Fieberträume und zerbrochene Beziehung inklusive.

Eingesperrt in seinen „Drunk Pink Tank“, ein umgebauter Wandschrank, rosa gestrichen – „the womb“ – ging es an die Selbsttherapie und das, was schließlich das zweite Album von Shame werden sollte. Und siehe da, auch „Water in the Well“ kommt wie die Vorab-Single „Alphabet“ extrem unruhig, nahezu manisch daher und erinnert weniger an den rotzigen Post-Punk von „Songs of Praise“, als an experimentelle Kunststücke aus der Schublade von Talking Heads Mastermind David Byrne.

Gitarrist Sean Coyle-Smith bestätigt den Verdacht, denn er wählte den Ausweg der Dekonstruktion aus dem pandemischen Dilemma. Der klassische Rock-Style war ihm zuwider geworden, so dass er sich fortan auf alternative Tunings und eine neue Herangehensweise an sein Gitarrenspiel verließ. Und das ist auch auf „Water in the Well“ deutlich hörbar.

Wie sich das nun alles auf die weiteren Songs auf „Drunk Pink Tank“ auswirken wird, bekommt der geneigte Fan dann am 15. Januar zu Hören und zu Spüren. Erhältlich wird das Album dann digital, als Kassette, CD und LP sein. Auf Vinyl erscheint „Drunk Tank Pink“ zudem deutschlandexklusiv auf smoke Vinyl sowie auf limitiertem pink Vinyl.

VÖ: 18. November 2020 via Dead Oceans