Von Matthias Prawinski, 12. Oktober 2020

So vielfältig wie das Gesicht Harald Glööcklers, so gestaltet sich auch Chuckamucks neueste Platte. Mit diesem äußerst ehrgeizigen Album, das gleichzeitig ein „Best Of“ ist, wird die heimisch deutschsprachige Poesie als Ausdrucksform aberkannt und die Texte stattdessen in polylingualen Zungen ins Ohr getragen. Dafür haben sie einige ihrer musikalischen Perlen neu aufgenommen und mühselig in diversen Sprachen übersetzt. Sozusagen eine Chuckamuck-Hit-Kollektion auf allen, naja, zumindest vielen sprachlichen Frequenzen. Mehr grenzübergreifende Völkerverständigung auf einem Longplayer ist schwierig vorstellbar. Gründungsmitglied der Chuckamuck-Welt Oska Wald dazu:

You originally think it´s music, it´s going to be understood in any language, but Chuckamuck is so much more than our songs, it´s an enterprise of our art, animation, live shows, videos, comic books, an entire world we have produced.

Jeder der elf Songs wird eindrucksvoll in einem eigenen Videoclip (anbei der erste Vorbote namens „לימון אסקימו“ (Eis am Stiel)), der die Bilder und Stimmungen der Band definiert, präsentiert. Darunter handgezeichnete Originalanimationen von Oska Wald aus einer Mushroom-Flashback-Schaffensperiode. Kein Wunder, dass die Produktion dieses imposanten Projekts mehr als drei Jahre Herzblut geschluckt und Geduldsfäden gefressen hat. Ein energiegeladener, polyglotter Trip einer romantischen Punkband.

VÖ: 29. Januar 2020 via Staatsakt