Von Oliver Schröder, 04. Oktober 2019

Ist das Jigsaw auf dem Cover? Zachary Cole Smith scheint sich zwar wieder berappelt zu haben, aber auch das dritte DIIV-Album strotz vor Schwermut, von der man sich nur zu gerne wieder in die Tiefe zerren lässt.

DIIV bekleben für „Deceiver“ die Wände ihres Proberaumes bis zur Decke mit spacigen Collagen und lassen uns anschließend mit zehn düsteren Gesellen in der Finsternis stehen. Was beim Shoegaze trotz aller Gitarrenschichten immer für ein schwebendes Gefühl gesorgt hat, kehrt sich hier ins genaue Gegenteil um. Die spröde hallenden Dreampop-Songs machen den Körper schwer wie Blei. Wegrennen kommt also nicht infrage. Dafür findet sich zwischen all dem Fatalismus immer wieder ein hell funkelnder Moment, der aus dem melancholischen Loch wieder herauszuführen vermag und sich am Ende des Albums in genießbaren Weltschmerz verwandelt.

Lo-Fi ist hier übrigens dank Sonny Diperri endgültig nichts mehr. Der Produzent sorgte neben einer gewissen zusätzlichen atmosphärischen Dichte auch für weitere musikalische Impulse, die mehr oder weniger auch die Handschrift seiner bisherigen Projekte (My Bloody Valentine, Nine Inch Nails, Protomartyr) tragen. Jetzt mal im Ernst: Seht ihr auch Jigsaw auf dem Cover?

VÖ: 04. Oktober 2019 via Captured Tracks