Hammock – Everything and Nothing

Hammock Everything and Nothing

Daydreaming under a Kuppelhall – so oder so ähnlich möchte man die Stimmung des mittlerweile siebte Albums des Ambient Pop-Duos aus Nashville überschreiben. Anders als bei ihren vorherigen Platten wirken die größtenteils instrumental gestalteten Klangwelten der Band auf „Everything and Nothing“ noch intensiver, noch dichter verwoben als zuvor. Getragen von breiten Synthieflächen geistern verhuschte Textfragmente durch den Nebel aus Streichern und Hallgitarren und verschwinden, noch bevor man ihnen Beachtung schenken konnte. Dennoch klingen Hammock 2016 nie beliebig oder unnahbar. Alle Arrangements sind wunderbar warm und tief produziert. Markige Hooks und erinnerbare Melodien sucht man indes vergebens. Alles auf diesem Album schwebt so sehr im Einklang, dass am sich bei Tracktiteln wie „Dissonance“ an den unsäglichen Schulter-Tipp-Trick erinnert fühlt, mit dem man sich viel zu leicht und viel zu häufig hinters Licht führen ließ. Und so ist der Wohlklang, den Hammock über die gesamte Spieldauer auf „Everything and Nothing“ verbreiten, gleichzeitig Stärke und Schwäche des Albums. Ich möchte ehrlich sein: Nach 16 Tracks voller Anmut und Schönheit, überkam den sonst so friedvollen Rezipienten plötzlich eine ungeahnte Lust, den längst schrottreifen Hexler aus der Garage zu zerren und einfach mal fröhlich drauf los zu schreddern. Auch Lärm ist ein Grundbedürfnis.