Von Christoph Walter, 13. Januar 2020

Im Jahr 2011 veröffentlichten Other Lives mit „Tamer Animals“ einen Geniestreich, den man getrost zu den besten Platten des gerade zu Ende gegangenen Jahrzehnts zählen darf. Publikum und Kritiker waren gleichermaßen verzückt und für die Band um Jesse Tabish schien es keine Grenzen nach oben mehr zu geben. Selbst unmittelbar vor dem grandiosen Auftritt der Amerikaner bei „Folk im Park“ 2012 in Nürnberg schienen die Macher der Veranstaltung kaum glauben zu können, solch eine „Weltband“ für ihr familiäres (und mittlerweile leider eingestelltes) Festival gewonnen zu haben.

Nun, mit der ganz großen Weltkarriere und dem Aufstieg in die „Königsklasse“, in der sich The National, Arcade Fire, Bon Iver und Konsorten tummeln, hat es für Other Lives letzten Endes dann doch irgendwie nicht geklappt. Nach „Tamer Animals“ dauerte es fast vier Jahre bis zum Nachfolger „Rituals“, der unverdientermaßen fast ein wenig unterging. Danach wurde es lange Zeit sehr ruhig um die Band aus Oklahoma, aber bei jedem Hören von früheren Großtaten wie „For 12“ oder „As I Lay My Head Down“ wünschte man sich insgeheim doch mal wieder ein paar neue Songs.

Diese Wünsche wurden nun erhört, denn Ende April erscheint mit „For Their Love“ endlich ein neues Album von Other Lives. Dass die personell etwas veränderte Band nichts verlernt hat, beweist das vorab zu hörende „Lost Day“, in dem in poptauglichen drei Minuten ein gewaltiges Repertoire an Instrumenten aufgefahren wird.

VÖ: 24. April 2020 via PIAS