Von André Habermann, 17. Februar 2020

Für die erste Ausgabe, der von uns präsentierten Comecerts Reihe, laden die Macher zu einem ziemlich schrägen Auftakt. In kurz: Wahnsinn trifft auf Wahnsinn.

In der Welt der modernen chinesischen Kalligraphie ist Qian Geng momentan das Aufregendste, was es zu erleben gibt. Noch nie hat sich ein Künstler auf drastischere und experimentellere Weise mit der chinesischen Schrifttradition auseinandergesetzt. Seine Performances verbinden den puristischen Kern dieser Kulturtechnik mit den archaischen und dunklen Mythen chinesischer Folklore. Kultur und Mythos, Performance und Installation, Schrift und Klang lässt er in Ritualen der Raumgestaltung ineinander fließen.

Der aus der ländlichen Provinz Jilin stammende Künstler trifft auf den Weilheimer Video-/Noise-/Performance-Artist Anton Kaun, der sich durch Videos für The Notwist, Live-Visuals für Clubs und Konzerte sowie diverse Theaterproduktionen einen Namen gemacht hat. Gemeinsam haben die beiden Grenzgänger eine radikale Mischung aus Impulskraft und Innerlichkeit, perfekt geeignet um Konventionen zu durchbrechen, und ein globalisiert abgeklärtes Publikum in kraftvolle, temporäre Rituale miteinzubeziehen.

Wir empfehlen einen unbedingten Besuch zu diesem avantgardistischen Wahnsinn. Und sagt nicht, wir hätten euch nicht gewarnt.

14.03.2020 München – Import Export