Von Nils Hartung, 14. Juni 2019

Musik ist seit den Anfängen des Films ein kongenialer Partner, wenn es um die Korrespondenz von Bild und Ton mit Emotionen geht. Im Verhältnis zum Film nimmt die Filmmusik häufig eine eher begleitende Funktion ein. Das heißt auch, dass Filmmusik zumeist erst dann entsteht, wenn die filmischen Arbeiten im Kasten sind.

Auch der Soundtrack zum Surf-Film Self Discovery For Social Survival entstand als eine musikalische Antwort auf die Surfszenen, die Regisseur Chris Gentile von den Surfweltmeistern Stephanie Gilmore, Ryan Burch, Creed McTaggert und Ellison Ericson einfangen konnte. Allerdings durften die beteiligten Musikerinnen und Musiker (allesamt Label-Buddies bei Mexican Summer) die Crew an die schönsten und abenteuerlichsten Strände der Welt begleiten um das Surffeeling ganz unmittelbar in Musik transferieren zu können.

In der 50-minütigen Dokumentation reisen wir mit den Allah-Las nach Mexico, wo man sich nach getaner Surfaction in einer geräumigen Strandhütte versammelt um in entspannter Summer Jam-Atmosphäre an der passenden Untermalung für die frisch geshooteten Bilder zu basteln. Connan Mockasin & Andrew VanWyngarden (MGMT) verschlägt es nach Island, wo sich die Surfweltmeister den arktischen Wellen nur in tiefschwarzen Ganzkörperneoprenanzügen nähern. Das verquer arrangierte „Bad Boys“ passt mit seinen geisterhaften Stimmmodulationen und den mystisch schwebenden Gitarren perfekt in die unwirkliche Kulisse. Surfklischees bedienen und über den Haufen werfen – beides leisten Musik und Film. Aaron Coyes und Indra Dunis von Peaking Lights haben sich von den heimischen Stränden in Kalifornien inspirieren lassen. Mit „Mirrow in the Sky“ und „Hold On“ sind zwei House infiltrierte Tracks entstanden, die einen Platz auf der nächsten Strandparty-Playlist sicher haben dürften.

„Self Discovery For Social Survival“ zeichnet filmisch und musikalisch ein vielschichtiges Bild des Surfbegriffs, der nicht allein sportlich oder ästhetisch verstanden werden möchte, sondern auch eine Lebenshaltung transportiert. Der Film bedient dabei jegliche Auslegungsweise erstklassig. Doch auch die reine Musik wird der Vielschichtigkeit des Surf-Genres gerecht. Deshalb empfiehlt sich der SDFSS-Soundtrack auch ohne bildbegleitendes Material als feiner Begleiter beim nächsten Hängematten-Work Out.

VÖ: 14. Juni 2019 via Mexican Summer