Von Nils Hartung, 22. Juli 2020

Oh, Indie-Rock! Es wird Zeit Abbitte zu leisten. Ich habe dich in den letzten Jahren sträflich vernachlässigt. Dabei hatten wir unsere großen Momente! Noch in den Mid-2000er fand ich in hitzigen Nächten Halt an deinen Gitarrenbretten. Danach haben wir uns irgendwie aus den Augen verloren. Nun, alter Freund, klopfst du nach vielen Jahren wieder an meine Tür und tust so, als hätten wir uns erst gestern an der zwielichtigen Straßenecke unseres moderigen Kellerclubs verabschiedet.

Die unverhoffte Wiedervereinigung ist den Silverbacks aus Dublin zu verdanken. Ihr Debüt „Fad“ klingt, als hätte man eine prallgefüllte Zeitkapsel gehoben. Post-Punk, 90s-Riffs und Pavement-Anleihen, all das bringen Silverbacks zusammen. Die Songs wirken wie Streiflichter mit schnelllebigen Twists, die kaum Atempausen zulassen. Wiedererkennungswerte zerbröseln umgehend oder schwingen sich in Windeseile zu neuen Gitarren-Spielereien auf (Beispiel: Das formidable Ending von „Dunkirk“). „Fad“ greift all die fiebrigen und hitzigen Momente auf, für die man Indie-Rock einfach lieben muss und drückt bis zum Schluss unnachgiebig auf die Fast Forward-Taste. Ein wunderbares Debüt!

VÖ: 17. Juli 2020 via Central Tones Records