Von Felix Mossmeier, 27. November 2020

Farbfilm. So heißt die EP von Künstlerin und Aktivistin C’est Karma, die am heutigen Freitag erscheint. Insgesamt fünf Tracks erwarten die Hörer*innen, die (am Stück gehört) getreu dem Titel ein buntes Potpourri darstellt, welches einerseits den Facettenreichtum der Künstlerin darstellt, auf der anderen Seite aber doch so harmonisch wie eben ein Potpourri aus den Boxen strömt.

Auf der Suche nach ihrer eigenen Version alternativen Pops nimmt Karma Catena, wie C’est Karma mit bürgerlichem Namen heißt, ihrer Hörer*innen mit auf eine Reise in eine (tatsächlich) ganz eigene Welt aus Klängen und Melodien. Dabei immer dominant: Die Stimme der Luxemburgerin.

Dass die erst 18-Jährige auf ihrer neuen EP durchgehend mit dem melancholischen spielt, war in ihrer zugegebenermaßen noch jungen Karriere jedoch nicht immer der Fall. Wie bei so vielen begann alles einer Punkband. Über Straßenmusik und einen Support-Auftritt bei Milky Chance führte sie der Weg bis zur EP Farbfilm. Diesen Weg beschreibt C’est Karma auch in ihrem Blog.

Wer bei all der melodischen Harmonie jedoch an die Blase der Glückseligkeit denkt, sieht sich getäuscht. Beispielsweise auf dem dritten Track der EP Industrial Salt thematisiert C’est Karma die Flucht ihrer Großeltern 1972 aus dem ländlichen Portugal ins damals schon industriell weit entwickelte Luxemburg. Eine ganz persönliche Geschichte über die Sorgen und Nöte von Migrant*innen die auch 2020 nicht aktueller sein könnte. Verpackt in Sprachbilder, die zum Nachdenken anregen und melodische Elemente, die die Unterschiede zwischen beiden Welten in den Köpfen der Hörer*innen zu Bildern werden lassen.

VÖ: 27. November 2020 via Radicalis Music