Von André Habermann, 06. November 2019

Ein lauer Samstagnachmittag im August. Irgendwo im brandenburgischen Nirgendwo. Es blüht so grün, die Sonne wirft ihre letzten Strahlen und das gefangene Gelb tänzelt im Spinnennetz. Wir befinden uns in einem alten Gewächshaus. Apparaturen wurden aufgebaut. Dahinter: Die drei Herren der Formation Die Wände.

In den kommenden sieben Minuten und siebzehn Sekunden wird live fabriziert. Herrlichste Melancholie. Es geht um: Sonnenmilch, die ins Auge läuft. Und (die Sonne, die) brennt. Dazu Karten im Handschuhfach, Horizonte, wandernde Wolken und Tage, die nichts versprechen. Wer kennt das nicht.

Vermutlich haben Die Wände mit „Sonnenmilch“ ihr Opus Magnum geschaffen. Einfach so. In einem verwunschenen Gewächshaus. Gratulation. Wir freuen uns jetzt schon auf den (hoffentlich kommenden) Nachfolger des tollen Debüts und fühlen uns bereit für brennende Augen. Hochachtungsvoll, deine Tränen.