Von Connor Endt, 29. Oktober 2019

„City Club“, das vorletzte Growlers-Album, spaltete die Fans: viele wünschten sich den psychedelischen, unperfekten Klang der Anfangstage zurück. Nach einem mauen Kompilation-Album von B-Sides und Songskizzen („Casual Acquaintances“) präsentieren die Growlers nun ihr mit Spannung erwartetes neues Werk, „Natural Affair“.

Bereits der titelgebende Opener „Natural Affair“ macht klar: der alte Sound wurde wohl endgültig begraben. Beach Goth is dead. Stattdessen präsentiert sich der Song als funky New Wave Nummer mit Off-Beat Gitarren, Percussion und Keys. Auch „Long Hot Night“ kommt ziemlich poppig um die Ecke und erinnert mit seinem Gesang ein wenig an die späten Werke der Smiths.

„Pulp Of Youth“ ist einer der Highlights des Albums geworden. Mit lässigem Groove, Keys und einem generellen laid-back feel lassen Brooks Nielsen und Band nichts anbrennen. Inhaltlich geht es um die Beziehung des Frontmanns zu seiner Ehefrau, etwa so wie bei Johnny Cashs „Walk The Line“: So lange wir zusammen bleiben, kann eigentlich nichts schiefgehen. „Shadow Woman“ ist mit fast schon elektronisch anmutenden Drum Beats, Percussion und ausschweifenden Synthesizern ein absolutes Highlight der Platte. „Truly“ und „Coinstar“ wiederum klingen noch am ehesten wie die früheren Werke der Growlers.

Generell haben sich die Growlers mit „Natural Affair“ aber noch viel weiter vom Sound der Anfangstage entfernt. Auch die Bandmember wurden ausgetauscht: mittlerweile werden Bass und Synthie von Profimusikern gespielt. Statt dem chaotischen Charme der Anfangstage setzt die Band jetzt mehr auf poppige Synthesizer, bei denen die Disco-Kugel niemals still steht. Schade eigentlich.

05.02.2020 Hamburg – Große Freiheit 36
06.02.2020 Dresden – Reithalle
07.02.2020 Berlin – Astra Kulturhaus
08.02.2020 Köln – Live Music Hall
10.02.2020 München – Muffathalle
11.02.2020 (CH) Zürich – Kaufleuten
13.02.2020 (CH) Lausanne – Les Docks
15.02.2020 Frankfurt am Main – Gibson

VÖ: 25. Oktober 2019 via Beach Goth Records